Unsere Spitzbuben in Winterberg

Endlich Montag! Naja, eigentlich würde ich mich nie so doll auf einen Montag freuen, aber heute hatten wir etwas Besonderes geplant.  Schon früh morgens sind wir nach Winterberg gefahren, um den Tag optimal ausnutzen und so viel Bike wie nur möglich, fahren zu können.

Die Reise beginnt

6:00 Uhr morgens: der Radiowecker klingelte und holte mich Viva la Vida loca aus dem Bett. Kaffee, Frühstück und frischmachen.

7:00 Uhr: Bikes aufladen und nochmal prüfen ob wir alles dabeihaben. Helm - check, Protektoren – check, Klamotten – check. Alles dabei dann ab nach Winterberg!

Der Parkplatz war noch leer als wir nach 2 Stunden Autofahrt in Winterberg ankamen und wie konnte es auch anders sein – es hat geregnet... Aber das war uns egal. Wir hatten einfach Bock auf biken, egal bei welchem Wetter!

Also – Bikes abgeladen, Klamotten an, Liftkarte geholt, und los gings!

An der Bikestation verschafften wir uns erstmal einen Überblick über die Strecken. Einige Jungs waren schon öfters hier, andere noch nicht. Aber darauf kommt es nicht an. Hier bildet sich keiner etwas darauf ein, etwa schon in Whistler biken gewesen zu sein. Ganz im Gegenteil, die anderen freuen sich für einen! Und das ist es, warum ich es so unfassbar geil finde mit meinen Leuten biken zu gehen. Abenteuer, Freiheit, Spaß, Auspowern!

Von der Bikestation ging es erst mal zu RockShox Slopestyle, um dann auf die Pinball zu kommen. Die Muskeln warm werden lassen, den eingerosteten Körper nach 2-stündiger Autofahrt beweglicher machen und das Gefühl fürs Bike wiedererlangen – diese Prioritäten haben in den ersten Abfahrten Vorrang.Tobi Sprung Slopestyle

Schon die ersten Meter zur Slopestyle erinnern mich daran, warum ich das Mountainbiken liebe! Das Geräusch der Reifen, der ansetzende Adrenalinschub vor der ersten Abfahrt, mit Freunden Biken. Einfach Hammer! So stehen wir zu 5. mit unseren Rädern am Start der Slopestyle und das Grinsen in den Gesichtern verrät die Vorfreude auf den heutigen Tag.

Tief einatmen, nochmal am Bremshebel ziehen. Dann ein Tritt in die Pedale und es geht los! Sofort überkommt einen das alte Gefühl von Freiheit und Abenteuer. Der Train setzt sich in Bewegung und von vorne höre ich die ersten „Yeahs“ und „Wohoos“. Und ich bin mir sicher, heute wird ein geiler Tag!

Wir fahren weiter zur Pinball. Nicht zu viel Risiko, wir fahren uns warm. Erst mal ein Gefühl für den Untergrund, das Wetter und die Bikes bekommen. Und da kommen die flowigen Anlieger der Pinball gerade Recht.

Einziger Wermutstropfen sind die Bremswellen. So spät in der Saison sind die Strecken halt nicht mehr im besten Zustand. Doch auch das gehört dazu. Auch daran muss sich der Körper erst mal wieder erinnern. Mit dem Lift nochmal nach oben und zur Sicherheit nochmal die Flowcountry fahren.

Am Lift angekommen, waren die Muskeln dann aufgewärmt und die Jungs eingefahren. Time to get serious! Wir waren uns einig, dass die nächste Abfahrt die Freeride sein musste. Eines der Sahnestücke im Bikepark Winterberg. Flowig, aber technisch nicht zu leicht. Genau das Richtige um eine Schippe drauf zu legen. Mehr Tempo, höher in die Kurven und mutiger in die Sprünge. Und natürlich auch mehr Bremswellen.

Lars Steinfeld SprungDer Ehrgeiz aller Fahrer pushte das Niveau. Die Anlieger wurden noch schneller gefahren und die Jumps wurden immer höher und waghalsiger. Bei einem teilweise so rutschigen Boden und dem Verlangen immer mehr zu wollen, war es nur eine Frage der Zeit bis sich einer der Jungs hinlegte.

Lars war der Meinung das es jetzt ideal wäre das erste Steinfeld auf der Freeride zu gapen. Er ging volles Risiko, holte genügend Schwung und hob ab. Gefühlt dauerte der Sprung eine halbe Ewigkeit. Er flog und flog immer weiter, bis er dann endlich wieder auf dem Boden aufkam. Er war viel zu schnell und klatschte heftig ins Flat. Die Gabel rauschte durch und Lars stieg unfreiwillig vorne vom Bike ab. Er crashte heftig und bohrte seine Schulter tief in den Boden bevor sein Helm mit einem lauten „Tock“ aufschlug. Er überschlug sich und kugelte dann den nächsten Hang hinab.

Alle hielten kurz den Atem an, da der Sturz von außen wirklich sehr heftig aussah.

Von Lars hörte man nur ein: „WHOA, da ist die Gabel zu tief eingetaucht. Ich war viel zu schnell.“ Ganz nach dem Motto ein Indianer kennt keinen Schmerz sagte er, noch heftig keuchend: „Gib mir ne‘ Minute dann spring ich den nochmal.“ Alle lachten und waren froh, dass nicht schlimmeres passiert ist.

Nach diesem Erlebnis wurde erstmal Mittagspause gemacht, in der das obligatorische Biker-Menü nicht fehlen durfte. 1A kann man da nur sagen. Curry-Wurst-Pommes ist einfach ein Muss an einem solchen Tag. Man sagt ja das es regnet, wenn jemand seien Teller nicht leer gegessen hat. Daher stürzten wir uns voller Hoffnung auf besseres Wetter und Appetit auf unser Mittagessen. Nachdem alle ihre Curry-Wurst artig aufgegessen hatten, war es Zeit für die Flowcountry. Und Junge Junge diese Strecke zaubert einem echt ein breites Grinsen ins Gesicht. Sie ist zwar nicht die technisch anspruchsvollste oder steilste Strecke. Aber der namensgebende Flow ist einfach unglaublich.

Flow Country

Bei der Abfahrt ist dem geschulten Rennfahrerauge von Lars aufgefallen, dass es eine Schikane gibt, die gegapt (durch einen Sprung abgekürzt) werden kann. Kurzerhand wurde Halt gemacht und nachdem Lars und Tobi die beste Line zur Anfahrt und die Landung besprochen haben, schoben sie ihre Hobel den Trail ein Stück weiter hoch, um Schwung zu nehmen.

Die ersten Sprünge waren noch etwas zögerlich, zeigten aber, dass es machbar war. Also schlossen Joni und ich uns an und versuchten es ebenfalls. Die Sprünge wurden mutiger und sicherer. Und dann sagte Elvis den fatalen Satz: „Tobi, wenn du bis hier springst, geb‘ ich dir einen Kasten Bier aus.“ Tobi der aus dem Dirt-Jump-Bereich kommt schmunzelte und zog seinen Helm an.

Alle warteten in der ersten Kurve auf Tobi, der gerade noch dabei war sein Bike den Trail hochzuschieben. Ein paar Minuten später schoss er die Gerade entlang und steuerte voll auf die Schikane zu. Er zog richtig ab und kam deutlich hinter der Markierung von Elvis auf. Alle waren sich einig das Tobi nicht ganz normal ist und feierten ihn für diesen krassen Sprung.

Es war richtig gut zu sehen wie jeder auf seinem Level einfach Spaß hatte.Nach diesem Erlebnis fuhren wir den Trail entspannt zu Ende. Müde und erschöpft vom Tag wuschen wir noch flott unsere Bikes und stiegen dann in den Lift.

Einen Platten, eine Bremse die entlüftet werden musste und einen heftigen Sturz – das waren die einzigen Verluste die wir an diesem Tag hinnehmen mussten. Aber sowas gehört einfach dazu!

Alle Ende

Vielen Dank für diesen geilen Tag Jungs!

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.